Mein Mann liebt mich nicht mehr.  Part 3 Katharina atmet auf.

Written by Karl Lippert & SimonPutz

31. Januar 2020

Katharina feiert wieder einen Zwischen-Erfolg. Es ist ihr in den letzten Wochen immer häufiger gelungen, Alfred ihre Wertschätzung auszudrücken, ohne Wenn und Aber. Und wie hat Alfred darauf reagiert? Er hat ihr schon mehrfach kleine Freuden bereitet und Aufmerksamkeiten zukommen lassen. Vorige Woche hat er sie – nach gefühlt ewig langer Zeit – sogar wieder einmal ins Kino ausgeführt. Danach waren sie noch in einem kleinen Lokal auf einen Drink und hatten ein sehr entspanntes Gespräch über ihre Beziehung. Katharina nützte die Gelegenheit und schlug Alfred vor, doch einmal in nächster Zeit ein Gespräch nach den Richtlinien der Imago Beziehungsarbeit zu führen, um dem ewig gleichen Ablauf ihrer Streit-Gespräche zu entgehen und eine neue Art von Kommunikation auszuprobieren. Zuerst hatte Alfred sehr abwehrend reagiert. Katharina hatte diese erste Reaktion von Alfred erwartet, blieb ruhig und hörte seinen Einwänden aufmerksam zu. Sie nutzte diese Gelegenheit gleich, ihr neues Wissen über den Imago Dialog anzuwenden, so gut sie es eben konnte. So wie sie es gelesen hatte, versuchte sie Alfred so genau wie möglich zu spiegeln. Anfangs war er völlig verwundert und verunsichert über ihre ungewöhnliche Art zu sprechen und zuzuhören. Kurzzeitig fühlte er sich von ihr sogar karikiert und fragte sie provokant, ob sie ein Papagei sei, doch relativ rasch erkannte er, dass Katharina es ernst meinte und es ihr ein wirkliches Anliegen war, seine Gedankengänge nachzuvollziehen, ihn in seiner Welt zu besuchen. Denn das hatte Katharina in den letzten Wochen begriffen: Ihr Blick auf die Welt war in vielen Bereichen des Lebens jenem von Alfred grundverschieden. Bisher hatte diese unterschiedliche Sichtweise so gut wie immer in einem Gezerre geendet, wer denn nun Recht habe und wer nicht, wessen Sicht die richtige wäre. Und da war er wieder, der Machtkampf. Dann hatte sie diesen weisen Spruch gelesen, von dem sie nicht mehr wusste wo, und von wem er stammte: „Du hast jeden Tag deines Lebens die Wahl: Recht zu haben oder glücklich zu sein!“ Dieser Spruch hatte sie sehr nachdenklich gestimmt, denn es war tatsächlich so, sie musste es sich eingestehen: Regelmäßig versuchte sie in Auseinandersetzungen mit Alfred Recht zu behalten. Und genauso regelmäßig fühlte sie sich den Argumenten von Alfred letztlich hilflos ausgeliefert, unterlegen, er war der wortgewaltigere. Was dann bei ihr blieb, war immer ein mehr oder weniger heimlicher Groll auf Alfred, von dem sie sich nicht verstanden fühlte, zu dem sie nicht durchdrang. Und eine Wut auf sich selbst, dass sie sprachlich nicht auch so geschickt war wie Alfred. Jedes Mal nach einer solcherart verlaufenen Diskussion mied sie die Nähe von Alfred für einige Zeit.

Katharina kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Doch jetzt diese neue Art, ein Gespräch zu führen. Katharina war überrascht, wie viel Alfred plötzlich von sich erzählte. Es ging weit über das hinaus, was sie sonst besprachen: den Alltag, was einzukaufen war, welche Termine es in nächster Zeit wahrzunehmen galt, die nächste Dienstreise. Alfred erzählte von sich, wie er sich fühlte, was ihn bewegte, was er sich wünschte. Und Katharina hörte ihm zu, spiegelte das Gehörte aufmerksam und staunte …

und jetzt bitte die Wahrheit…

Du denkst, das alles gehört in die Welt der Phantasie und des Märchens!? So läuft Beziehung und Partnerschaft nicht!? Zugegeben: So wie in der Geschichte von Katharina und Alfred dargestellt wäre es ein idealtypischer Verlauf einer Verhaltensänderung. Nichtsdestotrotz: Wenn einer der Partner beginnt, in der Beziehung etwas zu verändern, dann bleibt die Beziehung nicht so wie sie war. Was Katharina ausprobiert, ist – nach der Vermeidung von Kritik und dem Ausdruck von Wertschätzung gegenüber dem Partner – ein wichtiger Schritt zu einer neuen, anderen Gesprächskultur. Sie spiegelt die Aussagen von Alfred und schafft sich selbst damit die Möglichkeit, das Gehörte zu überprüfen. Und Alfred wiederum hat Gelegenheit, das Gesagte nochmals zu hören und damit seinerseits zu prüfen, ob er es wirklich so gemeint hat, wie er es gespiegelt bekommt. So mühsam dieser Prozess erscheint, so wichtig ist er, um sicherzustellen, dass das Gesagte beim Gegenüber auch tatsächlich angekommen ist.

Häufig gehörte Einwände sind:

Einwand Nr. 1: „Das ist zu mühsam, das dauert alles zu lange!“ Aber was ist die Alternative? Ein Streit nach altem Muster? Das ist noch mühsamer, verletzt zum wiederholten Male und schafft Distanz! Genau das Gegenteil also von dem, was sich Katharina und Alfred wünschen.

Einwand Nr. 2: „Aber ich bin ja überhaupt nicht einverstanden mit dem, was ich da höre!“ Das ist auch gar nicht nötig, denn es geht ja nur um das Hören und nicht darum, es gutzuheißen oder dem zuzustimmen! Keine leichte Aufgabe, das voneinander zu trennen, aber eine sehr lohnende! Und es gibt Hilfsmittel, um das im Dialog zu schaffen!

Einwand Nr. 3: „Ich kann das nicht verstehen!“ Darum geht es in dieser Phase des Dialogs auch (noch) nicht. Korrektes (Zu-) Hören ist gefragt – und sonst (noch) nichts!

Dein nächster Schritt in eine glückliche Beziehung!

Wenn es dir gelingt, diese Regeln für die erste Phase des Imago Dialogs – das Spiegeln – umzusetzen, dann bist du bereit für den nächsten Schritt. Dieser heißt „Zusammenfassen“. Wenn dein Gesprächspartner nämlich mit dem, was er dir mitteilen wollte, fertig ist und dir das bestätigt, dann versuchst du mit eigenen Worten zusammenzufassen, was du von ihm im Wesentlichen gehört hast. Du kannst dich am Ende deiner Zusammenfassung auch versichern, indem du fragst, ob du das Wesentliche gehört hast. Allenfalls gibt es dann noch Korrekturen und/oder Ergänzungen, die du wiederum spiegelst.

Schritt 3 und 4 sind jetzt die wirklich spannenden und herausfordernden für dich als EmpfängerIn! Im Schritt 3 wirst du nämlich versuchen, das Gehörte zu verstehen. Und erinnere dich daran: Du besuchst deinen Partner in seiner Welt, die nicht deine ist! Du versuchst, seine Sichtweise einzunehmen und aus dieser heraus das Gehörte zu verstehen. Es ist auch nicht nötig, alles davon zu verstehen, die achtest vielmehr darauf, was aus seiner Sicht heraus für dich nachvollziehbar ist. Vergewissere dich am Ende wieder, ob du Wesentliches auch wirklich verstanden hast, indem du fragst.

Und dann wartet mit dem Schritt 4 des Imago Dialogs die größte Herausforderung auf dich: Du versuchst dich einzufühlen! Konkret heißt das, dass du versuchst herauszufinden, wie dein Partner sich fühlen könnte bei all dem, was er dir von seinem Erleben erzählt hat. Für diesen Schritt nutzt du deine eigene Lebenserfahrung: Wie könnte sich jemand fühlen, der das erlebt hat, was du gerade eben gehört hast? Deine Empathie, dein Einfühlungsvermögen ist gefragt! Und auch in dieser letzten Phase des Imago Dialogs bedeutet eine gelungene Einfühlung nicht, dass du gutheißt, was du gehört hast! Du bist auch jetzt noch im fremden Land deines Partners – und von deinem Land erzählst du ihm in einem anderen Dialog!

Geh mit mir auf eine Reise.

Welche Hilfsmittel es gibt, um einen Dialog nach Imago Richtlinien zu führen, darüber kann ich dich in einer persönlichen Beratung informieren. Besser noch: Du kommst mit deinem Partner gemeinsam (!), und ihr probiert diesen Prozess mit Hilfe meiner Begleitung aus! Und vielleicht führt ihr ja schon in naher Zukunft jene Beziehung, von der ihr schon immer geträumt habt!

oder besuchen Sie mich in meiner Praxis:

Mag. Karl Lippert, 1090 Wien, Bergg. 8/19

 

Meine Kontaktdaten:

Mag. Karl Lippert

Praxis: 1090 Wien, Bergg. 8/19

Tel. Mobil: 0676/6864250

E-Mail: klip@aon.at

Web: www.imago-paartherapie.at

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