Mein Mann liebt mich nicht mehr.  Part 4 – Ein Rückschlag?

Written by Karl Lippert & SimonPutz

31. Januar 2020

Es ist wieder passiert. Sie hatte sich schon so sicher gefühlt. Katharina hatte in den letzten Wochen eine feine Zeit mit Alfred. Häufig führten sie intensive Gespräche, tauschten sich über die eigenen Gefühle und Gedanken aus, fühlten sich einander auf bisher nicht gekannte Art zugetan. Und auch sexuell lief wieder etwas, nach mehreren Jahren mit häufig wochenlanger Abstinenz. Und dann gestern, vielmehr heute Morgen, der massive Rückschlag! Katharina hatte damit gerechnet, dass Alfred gestern nach seinem Dienst nach Hause kommen würde, sie freute sich auf ihn. Doch kurz vor seinem erwarteten Eintreffen rief er an und teilte ihr mit, er würde mit Arbeitskollegen noch auf ein Bier gehen, jemand habe Geburtstag, und es könne sein, dass es später werde, sie solle nicht auf ihn warten. Sie war völlig sprachlos und konnte am Telefon nur ein hilfloses „Jaja, ist schon recht …!“ stammeln. Ihre Enttäuschung war sicher nicht zu überhören. Kaum war das kurze Telefongespräch zu Ende, begann es in Katharinas Bauch zu rumoren, in ihrem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Vielleicht war Alfred ja gar nicht mit Arbeitskollegen unterwegs? Hatte er vielleicht wieder eine Außenbeziehung, so wie damals vor vielen Jahren? Da waren sie wieder, die quälenden Selbstzweifel und die Eifersucht! So sehr sie sich auch bemühte, sich selbst zu beruhigen, sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Häufig war ihre Eifersucht in den letzten Jahren ein Grund für Auseinandersetzungen gewesen. Immer wieder attackierte sie Alfred mit Vorwürfen und Beschuldigungen, die aus ihrer Sicht begründet, für Alfred hingegen haltlos waren und jeder Realität entbehrten. Manchmal versuchte er sie zu beruhigen, mehrfach war er darüber aber auch schon sehr wütend geworden und hatte auch schon eine Trennung in Aussicht gestellt. Alfred wollte sich von Katharina nicht ein Leben lang Vorhaltungen machen lassen, weil er einmal einen Fehler – war es überhaupt ein Fehler? – begangen hatte. Wenn dieses Eifersuchtsprogramm bei Katharina ablief, hatte sie das Gefühl, neben sich zu stehen. Sie sah sich selbst dabei zu, etwas zu tun, was sie nicht verstand, und fühlte sich diesen Eifersuchts-Anfällen hilflos ausgeliefert. So auch gestern wieder. Angetrieben von ihrer rasenden Eifersucht rief sie Alfred wegen einer Bagatell-Frage an. Er war sichtlich ungehalten und antwortete nur knapp. Beim zweiten Anruf wollte sie unter einem Vorwand einen Arbeitskollegen von Alfred sprechen, um zu kontrollieren, ob Alfred tatsächlich mit diesem unterwegs sei. Das war zuviel! Alfred herrschte sie am Telefon an, diese Kontrollanrufe bleiben zu lassen, und beendete das Gespräch abrupt. Katharina ging dann zu Bett, an Schlaf war aber nicht zu denken. Als Alfred schließlich spät am Abend nach Hause kam, legte er sich, anders als sonst, neben sie, ohne sie zu berühren. Heute Morgen eskalierte die Situation dann: Auf Fragen und Vorhaltungen von Katharina reagierte Alfred zuerst nur mit einem ärgerlichen Kopfschütteln. Als sie nicht locker ließ, wurde er wütend. Katharina beharrte auf ihren Vorwürfen, wurde laut. Worauf Alfred schließlich mit eiskaltem Schweigen und grußlos das Haus verließ und eine verzweifelte und verletzte Katharina zurückließ …

Verborgene Bedürfnisse: „Sicherheit & Geborgenheit“

Was war da bei Katharina passiert, wird sich vielleicht so mancher fragen. Oder auch: Ja, ich kann Katharina gut verstehen, das kenne ich auch! Die Erklärung ist einfach – und gleichzeitig doch einigermaßen kompliziert! Als Grundannahme kann man von einem einfachen Sachverhalt ausgehen: Immer dann, wenn man das Gefühl hat, neben sich zu stehen, auf eine Art und Weise auf den Partner/die Partnerin zu reagieren, die einem selbst unverständlich oder (maßlos) übertrieben erscheint, d.h. dem Anlassfall in der Art und Heftigkeit nicht entspricht, kann davon ausgegangen werden, dass … ein Programm abläuft! Der Eindruck von Katharina ist völlig richtig: Da läuft tatsächlich ein Programm ab! Woher dieses kommt? Auch wenn es viele nicht gerne hören und sich dagegen wehren: aus der Kindheit! Häufig gehörte Einwände an dieser Stelle sind: „Aber ich hatte doch eine glückliche Kindheit!“ oder „Ja, ja, ich weiß, dass da viel an meiner Kindheit schlimm war!“ oder „Das kann doch nicht so wichtig sein, schließlich bin ich doch jetzt erwachsen!“. Und hier beginnt es tatsächlich etwas kompliziert und nicht ganz leicht nachvollziehbar zu werden. Alles das, was uns in der Kindheit widerfahren ist – unabhängig davon, ob gut oder schlecht, Kraft gebend oder belastend – ist in unserem Körper gespeichert. So wie in einem Computer nichts verlorengeht, außer er wird physisch vernichtet, d.h. geschreddert, so ist es auch mit dem menschlichen Körper. Und so wie man ein bestimmtes – zumeist gewünschtes – Ergebnis erhält, wenn man bei einem Computer einen Knopf drückt, so ist es auch mit dem menschlichen Körper. Man drückt, zumeist ohne es zu bemerken, beim Partner einen bestimmten Knopf, der mit seiner Vergangenheit zu tun hat, und erhält ein …. ja genau, UNerwünschtes Ergebnis! Hier unterscheidet sich der menschliche Körper signifikant von einer Maschine! Warum das so ist? Hinter jedem Wunsch und jeder Angst steckt – in der praktischen Theorie von Imago ausgedrückt – ein unerfülltes Bedürfnis. Im Falle von Katharina könnte das das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit sein, nach Verlässlichkeit und Fürsorge. Wenn sie diese Bedürfnisse in ihrer Kindheit schmerzlich vermisst hat, dann löst Alfred mit seinem kurzfristigen Entschluss, mit Freunden auszugehen, bei Katharina alte Verlassenheitsängste aus. Sie verwechselt den Auslöser mit der Ursache und reagiert mit ihrem Schutzmuster, nämlich offensiv. In der Sprache von Imago: als sogenannter „Hagelsturm“. Bei Alfred wiederum wird sein Schutzmuster aktiviert: die „Schildkröte“. Ergebnis für die Beziehung: Rückzug, Kontaktabbruch, Funkstille. Wie kann also die Befreiung aus dieser Dynamik aussehen? Es führt für eine erfüllte und freudvolle Paarbeziehung kein Weg daran vorbei, sich dieser uralten Verhaltensmuster nach und nach bewusst zu werden, sie aufzuweichen und zu verändern. Nein, es geht nicht darum, den Partner zu verändern, sondern mit Hilfe der Partnerin SICH SELBST! Denn: Der Konflikt ist dein Freund und dein Partner dein Engel – du weißt es nur noch nicht! Eine Warnung und gleichzeitig Ermutigung abschließend: Gratis oder im Sonderangebot gibt es diese Wachstums-Erfahrungen nicht! Dieser Prozess ist ein schmerzvoller Weg, denn er bedeutet, sich mit den eigenen uralten Verletzungen zu konfrontieren. Denn es kann etwas nur dann wirklich heilen, wenn es (nach-) empfunden wird …

Dein nächster Schritt in eine glückliche Beziehung!

Wenn du neugierig geworden bist, vielleicht aber auch verunsichert und angstvoll auf deine Beziehung blickst, können wir die Dynamik in deiner Beziehung auf Basis der Theorie von Imago genauer betrachten. Am besten kommst du mit deinem Partner gemeinsam (!), um euch
wechselseitig mit Hilfe meiner Begleitung bei diesem Prozess des Wachstums und der Heilung zu
unterstützen! Und vielleicht führt ihr ja schon in naher Zukunft jene Beziehung, von der ihr schon
immer geträumt habt …

oder besuchen Sie mich in meiner Praxis:

Mag. Karl Lippert, 1090 Wien, Bergg. 8/19

 

Meine Kontaktdaten:

Mag. Karl Lippert

Praxis: 1090 Wien, Bergg. 8/19

Tel. Mobil: 0676/6864250

E-Mail: klip@aon.at

Web: www.imago-paartherapie.at

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